NEUSTART URUGUAY

7.-21.Nov 2021 


Nach 20 Monaten Corona-Heimurlaub stehen wir überglücklich aber auch skeptisch am Flughafen.Endlich haben die Grenzen von Uruguay geöffnet.Endlich können wir wieder zu unserem Auto.Einfach ist das Reisen nicht geworden.Geimpft,getestet mit QR Anmeldung für Transit in Spanien und Einreise nach Uruguay im Gepäck,kanns losgehen.

Da unser eigentliches  Ziel immer noch Südafrika ist,geht es nach der Ankunft in Montevideo  gleich weiter zu den Agenturen wegen der Verschiffung.Wir waren mit beiden Agenturen in Verbindung geblieben und wissen,dass es nicht einfach sein wird.

Es fehlen Container und die Preise sind horrend.Mit unserer Anwesenheit ist der ganze Papierkram inkl.Stempel einfacher zu bekommen.Rachida von Wave macht uns den Vorschlag die kurze Strecke ohne schützende Hülle,offen zu wagen,was uns im ersten Moment sehr anspricht.Viel Gutes haben wir aber  nicht gehört,was uns gleichzeitig aber unsicher macht.Dauernd werden Autos ausgeraubt oder die Innenräume mutwillig zerstört.Herr Kessler vom andern Büro teilt uns mit,dass er erst ab März mit freien Container rechnet.Wir müssen in Ruhe überlegen.

 

Das Wiedersehen mit unserem Auto rührt uns.Es hat die Zeit bei Timo und Felix super überstanden und  strahlt in alter Frische und läuft wie immer!!!!!

Wir sind nicht die Einzigen,die ihr Auto nach der langen Zeit abholen.Die Regierung von Uruguay hat mitgeteilt,dass alle Autos,die pandemiebedingt stehen geblieben sind,das Land bis Ende Januar 2022 verlassen müssen.So stehen 8 grosse Wohnmobile auf dem Gelände,jeder Overlander hat seine eigene Coronageschichte.Einige haben 18 Monate in Argentienien ausgesessen andere konnten mit den letzten Rückholungsflügen nach Hause.So sitzen wir abends zusammen und hören die verschiedenen Erzählungen.Alle geniessen ihre wiedererlangte Freiheit.

Noch immer stehen wir vor der Wahl.Warten bis ein Container zur Verfügung steht oder das Auto für 24 Stunden über die Grenze bringen,zumal wir für eine Offenverschiffung jetzt plötzlich eine Inspektion machen müssen.Jhimba ist 20ig jährig und knapp zu alt.Wir beschliessen erstmal Richtung brasilianische Grenze los zu fahren, damit wir den kürzesten Weg hätten um zurückzukehren,falls sich kurzfristig eine Lösung  ergeben würde. Glücklich macht uns keine der Optionen

 

Wir fahren dem Meer entlang Richtung Brasilien und machen Halt im Santa Teresa NP.Bei einem Spaziergang am Strand entscheiden wir uns gegen eine Verschiffung und auch eine Ausfuhr ins Zollfreilager .Die Sicherheit unseres Auto wäre trotz der 50$ Tagesgebühr nicht gewährleistet.

Automuseum

NP.Santa Theresa    Militärfort

Unser neuer Plan.Wir fliegen bis Ende Jahr nach Hause,lösen unser Wohnung auf und kommen  im neuen Jahr zurück nach Uruguay.Brasilien hat vor drei Tagen die Grenzen auch geöffnet.So können wir getrost mit vielen neuen Zielen  in Südamerika weiter reisen, bis sich eine zufriedenstellende Lösung ergibt.Wir geniessen nun die restliche Zeit in der Wärme und den altbekannten Reisenden.

Wieder gehen wir für die Heimreise zum PCR-Test,den zweiten innerhalb 5 Tagen.Nach 12- stündigem Flug  im proppenvollen Flieger nach Madrid werden wir vor dem Aussteigen dazu ermahnt ,unbedingt die Socialdistance einzuhalten!!!!

Voller Zuversicht und neuen Reiseplänen kommen wir nach Hause ,wo wir die Meldung des  neuen Virus Omikron aus Südarfrika mitbekommen.Eiskalte Dusche.

 

Zwar steht unser Auto bis Ende Januar sicher im UY -Storage.Was passiert,wenn die Grenzen wieder schliessen...was ist wenn....????.Sollte es zum 2.Mal wieder nicht mit Südafrika klappen? 

Uruguay zum 4. Mal 

3.01.– 12.01.2022

Km.1350

Ein herzliches Wiedersehen am Flughafen in Madrid mit Reisebekannten,die ebenfalls zu ihrem Auto bei Timo und Felix fliegen.

Zwei Tage vor unserer Abreise im November ist eine Gasdruckfeder am Zeltdach ausgelaufen.Wir konnten in Montevideo kurzfristig eine schwächere und kürzere Variante als Provisorium organisieren.Wir konnten auch keinen Ersatz zu Hause bekommen und diese mitnehmen.Sechs Wochen Lieferfrist und dass Ganze geht unter Gefahrengut und muss speziell verpackt und versand werden.Felix baut uns die Feder am Morgen ein und wir denken mit dem Provisorium reisen zu können. Nach vier Tagen ,viel Regen und fröhlichen Stunden verabschieden wir ins uns von Elke und Bernd und dem Storage-Team.Mit Elke und Bernd verabreden wir uns gleich wieder in Montevideo.Zu Ehren der drei heiligen Könige findet eine Parade im Quartier Flores statt.Mit lautem Trommelsound bewegen sich die Gruppen,die wegen Corona nur spärlich anwesend sind , durch die Gassen.Die ohrenbetäubende Musik ist ein Gemisch aus  mystischen , folkloristischen und fasnächtilchen Klängen.Nach einem feinen Nachtessen sagen wir definitiv tschüss zu unseren Freunden.Ihre Reise geht nach Brasilien uns zieht es nach Buenos Aires.Hasta luegos amiogos.

Gemütlich fahren wir nach Nueva Helvecia zu Rolf Räber ins Hotel Suizo.Auch hier haben sich bekannte Overlander versammelt,die ihre Autos bis Ende Januar ausser Landes bringen müssen.Es folgen gemütliche Tage mit Abwechslung im kühlen Pool.Die Temperatur ist auf 38°C angestiegen und es wird eine neue Hitzewelle erwartet.

 

Für die Ausreise nach Argentinien organisiert Rolf für uns einen Termin für einen PCR-Test in der 60 km entfernten Stadt Colonia del Sacramento.Wir nützen den Ausflug für eine genauere Stadtbesichtigung als beim ersten Mal.Die Ciudad viejo hat viele mit Rundsteinen gepflasterte Gässchen.Es ist ruhig,weil die Tagestouristen aus Buenos Aires,die normalerweise mit der Fähre gekommen sind,fehlen.Zu kompliziert und zu kostspielig für ein Mittagessen einen PCR-Test zu machen.

Fray Bentos.

Bevor wir Uruguay verlassen besuchen wir in  Fray Bentos eine Konservenfabrik,die unter UNESCO-Kulturerbe steht,am Rio Uruguay.Vor über 100 Jahren wurden hier riesige Mengen von Tieren geschlachtet,um in Europa der Hungersnot wegen des 1.Weltkrieges entgegen zu kommen.Dank des Pasteurisierungs-Verfahren konnten Millionen von Portionen Corned beef für die lange Überfahrt nach Europa haltbar gemacht werden.Der OXO Bouillonwürfel wurde hier erfunden und produziert,Vorgänger von Knorr- und Maggiwürfel.Eine eindrückliche Geschichte,auch wegen der vielen Einwanderer die hier eine Arbeit fanden.In Spitzenzeiten arbeiteten bis zu 5000 Leute aus 64 Nationen in der Fabrik.Viele davon kamen auch aus Deutschland und der Schweiz.Das Fabrikgelände umfasste 275 ha und beherbergte Schulen ,Spital und Wohnsiedlungen für die Familien der Arbeiter.

 

Der Grenzübertritt nach Argentinien ist innerhalb 15 Minuten erledigt.Für die Aus-und Einfuhr des Autos ist eine Person zuständig.Alles funktioniert problemlos und wir haben unser Auto termingerecht ausser Landes gebracht.