Bolivien


 

17.01.-09.02.2019

 

Km.2951

 

Puerto Suarez-San Jose de Chiquitos-Santa Cruz-Samaipata-Sucre-Potosi-Uyuni-Salar-Vila Marin-San Augustin-Alota-Laguna Colorado-Uyuni-Oruro-La Paz-Copacabana

 

 

Bolivien wird am 1. Tag schon zur Herausforderung. Nachdem wir mit den beiden Engländern die Ausreise aus Brasilien mit Vitamin B im Schnellzug -Tempo schaffen,stockt es auf der anderen Seite gewaltig.Zwar erhalten wir unser 30 Tagevisum relativ zügig.Dass wir um 17.30 Uhr ,8Stunden später ,noch immer am Zoll stehen,verdanken wir einem Internetausfall in der ganzen Stadt und dem pickelgesichtigen ,arroganten Inspektors.Er bringt es tatsächlich fertig,die Unterlagen von über 30 Autos bis 16.00 Uhr zu sammeln,bevor er einen Finger krümmt. Bei über 40°C lässt man uns von Mittag an in der prallen Sonne stehen.Wie loben wir die Schweizer Bürokratie! Tag 2 .Diesel tanken ,auch das geht nicht einfach so. Mit ausländischem Nummerschild kostet der Liter fast 3mal mehr,Fr.1.28/0.58, wenn man überhaupt davon bekommt.

Lastwagenfahrer raten uns ,das Auto ausser Sichtweite zu parken und zu Fuss mit einem Kanister zur Tankstelle zu gehen, um den einheimischen Preis bekommen .Als wir endlich dran sind gibt es keinen Diesel mehr.Zu Viele haben vor uns gehamstert  .Im kleinen Jesuitendorf San Jose de Chiquitos besuchen wir die Kirche und erfahren einiges über den Camino ,der über acht Gotteshäuser beherbergt. Auch der Bahnhof beindruckt mit demWartesaal und dem handgeschriebenen Fahrplan.Im Dorf wirken wir etwas exotisch und man tuschelt ,sobald wir weg sind.Einmal mehr wundern sich die Leute,als wir unsern Wassertank füllen .Sie können es kaum glauben,dass unser Auto mit Wasser fährt.Nach der Erklährung,dass wir das Wasser zum Kochen und Waschen brauchen können sie sich ein Schmunzeln nicht verkneifen.

Santa Cruz ist hektisch und chaotisch, dennoch finden wir ein ruhiges Plätzchen in einem kleinen Dschungel 15km.von der Stadt entfernt. Wir besuchen die Düne ausserhalb der Stadt. Fast weiss türmt sie sich vor uns auf.Der Aufstieg bei der Hitze fordert uns.Ein Erholungsgebiet vom Feinsten.Der Weg dorthin ist eine echte Herausforderung. Erst geht’s durch Armenviertel mit kaputten Wasserleitungen und Strassen,dann über ausgefahrene Schotterpisten mit riesigen Wasserpfützen bis Mitte Rad. Zurück in der Stadt besuchen wir den Zocolo. Keine Spur mehr  von Hektik am Sonntag. Ganz per Zufall kommen wir in den Genuss von vielen Trachten –Leuten. Von weit her sind sie angereist und feiern die Lastwagenchauffeure. Die grosse Inkastädte in Samaipata fasziniert uns genaus so, wie die Fahrt über die Berge nach Sucre.Im Hostal lernen wir ein älteres holländisches Ehepaar kennen,das mit ihrem uhraltem Mercedes unterwegs ist .

Die Ankunft in Potosi ,einer Minenstadt, ist ernüchternd .Viel Schutt und Abfall säumen den Weg in eine herunter gekommenen Stadt.Überall halbfertige oder zerfallene Häuser.Der Berg, wo Zink und Siber abgebaut wird ,wirkt wie ein grosser, umgekrempelter Steinhaufen.Der Besuch in der Mine ist interessant,die Arbeitsbedingungen können wir uns als Schweizer nicht vorstellen.Nach zwei Stunden Stollenwanderung mit Opfergaben an Tio ,dem Geist des Berges, sind wir froh frische Luft(die es hier nicht gibt)einzuatmen.Die ganze Umgebung und die Stadt auf 4000Meter sind mit Abgasen belastet ,was uns das Atmen erschwert.

Ein neues Abenteuer, auf das wir uns lange freuen, steht an.Wir haben einmal mehr ein unglaubliches Wetterglück. Obwohl Regenzeit ist liegt wenig bis kein Wasser  auf dem grossen Salzsee.Es ist ein Traum über die schneeweissen ,grelle Fläche zu fahren.Inmitten der unwirklichen Gegend eine Insel mit Kakteen.Gerne würdn wir hier übernachten.Auf Anraten der Locals verlassen wir den Salar.Die schwarzen Wolken hinten am Horizont verheissen nichts Gutes.Wie finden einen Schlafplatz ausserhalb mit Blick auf den See.Kurze Zeit später setzt Regen ein und dauert die ganze Nacht.Die Pisten sind aufgeweicht und die Fahrt wird zum Nervenkitzel.  Erstmal befreien wir unser Auto von der dicken Salzkruste.

 

50 Meter weiter sieht man nichts mehr davon,dass es gewaschen wurde.Nicht nur einmal stehen wir quer auf der Fahrbahn. Wir sind froh, nicht in einen Graben zu rutschen.Für die 120km.brauchen wir 6,5 Stunden.Lange überlegen wir ,ob wir die Lagunen-Route fahren sollen.Wir wagen es . Es bleibt zwei Tage fast trocken.Es ist ein Traum .Die herrliche Landschaft ,die vielen Tiere ,trösten uns über die miserable Strassen hinweg.Jhimba tut uns leider,er wird hart gefordert.Aber er meistert die tiefen Pfützen und die schwierigsten, fast unpassierbaren Stellen, mit Bravour.Wir sind wirklich dankbar ,dass wir diese 2 Highlifs machen konnten.Am Schluss der 4-Tagestour wars dann nur noch Schlammschlacht und das Auto wurde in 4 Tagen 3mal gewaschen!

Ein letztes Mal übernachten wir in Uyuni und besuchen den Zugfriedhof ausserhalb der Stadt.Hunderte von alten Locks und Wagons rosten hier vor sich hin. Ein Traumspielplatz für die Kids vom Dorf.

3oo Kilometer Tagesetape nach Oruro.Es giesst aus Kübeln.Überall Wasserpfützen,kein Asphalt,nur aufgeweichete Erde.Am Morgen scheint die Sonne und wir gehen mit Javier vom Hostel auf  einen Statdrundgang.Vorbei geht’s an historischen Gebäuden,Brunnen und Plätzen.Wir erfahren viel Interessantes über die Geschichte von Bolivien,das einst ein florierendes Land war.Oruro ist auch Hochburg des Karnevals und voll im Fieber  der Vorbereitungen.Ganze Strassenzüge beherbergen kleine Nähstuben,wo die kleider in aufwendiger Handarbeit genäht werden.Mit einem Lama-gemüsesandwich ,das man nur hier kennt ,stillen wir den Huger,bevors auf den Hexen,-Kräutermarkt geht.Es ist der 1. Freitag im Monat und viele Einheimische kaufen Tablets ,kleine Opfertische für ihre Götter,dass sie im neuen Monat gut gesinnt sind.Auch erfahren wir die Hintergründe der vielen toten Lamababys im Markt.Ebenfalls Opfergaben für verschiedenste Anlässe.Bei einem Hausbau wird eine Tier als Gabe eingemauert.Pachamama und El Tio wollen gut gestimmt sein.   

LA PAZ

 

Ja oder  nein .????So viel haben wir  gehört.Chaotische lärmige Grossstadt.Lange habe ich mich gesträubt selber in die Stadt zu fahren.Nur mit dem Bus.Felix wagt sich in die Höhle des Löwen.Was für eine Stadt.Wir bereuen es keinen Moment.El Alto auf 4ooom  LaPaz in der Talsohle aur 36oom.Zusammen gewachsen  zu einer Milionenstadt,sich immernoch ausbreitend  in alle Richtungen.Der erste Blick nach unten stockt den Atem.Welch Kulisse bietet sich uns. Die gletscherbedeckten  Gipfel der Sechtausender ,  grüne Matten,die bachsteinroten Häuschen. Der grösste Marktplatz  seit langem .Alle Strassen gefüllt mit Waren. Alles was das Herz begehrt.Dicke Frauen sitzen in ihren Ständen und preisen ihr Angebot an.Überall wird gefeilscht ,gekocht ,gegessen und geschlafen.Tausende von Hühnern drehen an Spiessen,brutzen auf dem Grill oder köcheln in riesigen Suppentöpfen.Kunterbuntes Durcheinander, gepflegte Einkaufsstrassen   ,La Paz ist super!!!!!!!!Verschiedene Gondelbahnlinien (Gondeln kommen aus der Schweiz) bringen uns rauf und ruter mal quer über die Stadt.Ein riesen Gaudi für 45 Rp. Pro Fahrt.und immer diese Aussicht.

 

 

Ein weitern Nervenkitzel haben wir geplan.Wir wollen eine der 5 gefährichsten Strassen der Welt fahren!Der Camino del Muerte windet sich in schwindelerregender Höhe eng und schmal den Hägen nach.Traumhafte Vegetation ,Erlebnis pur.Früher Hauptverbindungsstrasse, fahren  keine Lastwagen mehr hier. Es gibt eine Umfahrung.

 

Einen Tag bevor wir losfahren lesen wir in der Zeitung,   dass der aussergewöhnlich heftige Regen Erdrutsche ausgelöst hat.Eine der Zufahrtsstrassen  wurde weggerissen ,andere verschüttet. Schade ,aber wir akzeptieren die Natur.

 

Unser Auto braucht neue Bremsen.Wir fahren zur Toyota-Garage  Die.Bremsscheiben seien noch io, nur neue Belege.Wir werden sehr freundlich bedient.Für das Richten der Blattfedern fehlt die Zeit,wir sollen am Montag nochmals kommen. Passt zu unseren Plänen.Wir sehen uns 2 Tage die Stadt an, und fahren am Dienstag  zur Garage.Sprachschwierigkeiten oder was immer es ist,werden  nochmals alle Räder abgeschraubt,Bremsen ausgebaut und immer mehr abgeschraubt. Wir fragen warum und wieso… Es habe  Luft im System.Man versichert uns ,das s das Auto bis 17 oo Uhr fertig ist.Denkste ,keine Spur davon.Wir verabreden uns auf den nächsten Tag um 1o Uhr.Wir verbringen noch eine Nacht in der Stadt,ist weiter nicht schlimm. Als wir  um 1o 3o Uhr in der Garage eintreffen,trauen wir unsern Augen nicht .Weitere Probleme seien aufgetaucht. Ein Ring vom 4x 4 Gelenk sei gebrochen. Klar , logisch über Nacht.!!!????!Ersatzteile gibt’s hier nicht .In 3 Tagen könnte man  sie in Santa Cruz organisieren.Von Ernesto Hug ,einem Schweizer ,der hier auch eine Garage hat, erfahren wir,dass solche Teile in der Stadt zu haben sind ,wenn man wolle.Nach 2 Std.Suche kommt Felix mit dem Arbeiter und den Teilen zurück.Hunderte von Landkruisern fahren in La Paz herum und die zweitgrösste Toyota Garage des Landes hat nicht mal einen Ersatz vorrätig.In der Zwischenzeit haben andere Arbeiter die Räder zusammengeschraubt und die Bremsen getestet.Was uns erneut auf die Palme bringt,sie haben die Bremsflüssigkeit ,die wir vor vier Wochen selber ausgetauscht haben, gewechselt.Die halbe Werkstatt ist bald versammelt und erklärt uns warum und wieso.Sie können nur  noch müde lächeln.Irgend wann und nach einer zusätzlichen Nacht sind die Bremsen gemacht und der 4x4 eingestellt.Von den Blattfedern redet niemand mehr.Was für ein weiteres Drama wäre das wohl geworden.1 ½ Std brauchen wir bis wir aus der Stadt sind.Es regnet hagelt und schneit.Es gibt auch bei den neuen Strassen kaum Kanalisation und innert Kürze bilden sich Bäche und Seen.Das Leben in Bolivien ist hart und fordert viel von den Leuten.

 

 

Mit einer Fähre überqueren wir einen der Arme des Titicacasees.Die Landschaft mit den Hügeln bis 4300 m ist gewaltig.Wir bleiben zwei Tage in Cocacabana.Ein Städtchen am See gelegen das mehrheitlich aus Hostals und Beizen besteht.Von hier aus gehen viele Boote auf die Inseln Luna und Sol ,mit Tempelanlagen und Ausgrabungsstätten.