Ecuador 1  /  Galapagos


23.07.-11.08.2018

Km.1653

Tulcan-Ibarra—Otovalo-Iberra-Las Penas- Esmeralda,Playa Escondido- Ibarra-Quito-//Galapagos//Quito-Nanagelito-Mindo-Quito-Papallacta-San Rafael-Nueva Loja-Shushufundi-Limoncocha

 

Nebst Regen und Kälte hat uns dieser Grenzübertritt  in neue Land, auf Grund der unmenschlichen Situation echt gefordert.Wir können weiterfahren,haben unser Bett immer dabei.Was passiert mit all diesen Menschen.Noch ein Land in Südamerika ,das aus Unfähigkeit der Regierung am Abgrund steht! Die Wolken hängen tief ,als wir uns am Morgen auf den Weg nach Ibarra machen.Vereinzelt sehen wir noch Venezuelaner  mit schwerem Gepäck am Strassenrand gehen. Aber wo sind alle andern. In welche  Zukunft  laufen sie???Viele von ihnen haben Argentinien als Ziel.Die gewaltige Landschaft lenkt uns ab.Nach viel Ackerbau in der Höhe, wo jeder Meter bewirtschaftet wird, wechselt es in eher karge, steinige Steppe. Umso erfrischender sind die saftigen ,grünen Zuckerrohrplantagen kurz vor Ibarra.In der Stadt besorgen wir als erstes einen Ersatz für das gestohlene  Handy von Felix.Da wir zum Glück noch die CH-Simkarte haben,können wir noch ein paar wenige Nummern finden,und vorallem bleibt die CH-Tel.-Nummer. Wir bekommen erste Eindrücke von Ecuador.Frauen in Trachten ,vor vollen Kirchen, verkaufen für je 1 Dollar Brombeeren, Erdbeeren, Baumtomaten!,Maiskolben… und Alles landet in unserer Einkaufstasche.Es ist speziell in Dollar zu bezahlen,aber seit ein paar Jahren ist es die offizielle Währung.Die Finca Sommerwind wurde uns von vielen iOverländern empfohlen.Der Empfang von Hans herzlich.Seit 8 Jahren ist der gebürtige Hamburger hier. Man merkt mit wieviel Liebe er seine Gäste  im Camp und Restaurant betreut.Und natürlich freuen wir  uns übers Wiedersehen mit Mozarts.Wir haben uns viel zu erzählen ,es ist ein kurzweiliger Abend.Auf dem Platz steht auch ein gelbe VW-Bus der etwas mitgenommen aussieht .Dominik,ein junger Schweizer,ist seit 6 Monaten in Richtung Norden unterwegs hat gerade bis hierher geschafft .Der Motor ist in viele Einzelteile zerlegt ,der Auspuff liegt unter dem Auto. Er ist zuversichtlich ,dass er in ein paar Tagen weiterfahren kann.Wir legen erst einmal einen freien Tag ein. Günther, unser Mann für alle Fälle!!! und immer am Ort, wenn wir ihn nötig haben, baut das aufgebrochene Schloss aus,zerlegt es und Hans bringt es zum Schlosser.Wir sind umgeben von Engeln.DANKE Mozart einmal mehr.Wir kochen Ghacktes und Hörnli , laden Dominik dazu ein.Sein Dessert aus Platanos, Eiern und Zucker schmeckt uns 5 so gut ,dass wir die Riesenplatte leer essen. Leider heisst es für längere Zeit von Michaela und Günther  Abschied nehmen.Sie fliegen für ca. 6 Wochen nach hause .Ob wir uns danach nochmals sehen werden??? Wir hoffen es sehr.HASTA LUEGO Amigos,wir stellen das Bier schon mal kalt.Die Beiden sind uns ans Herz gewaschsen,nicht nur weil sie immer da sind, wenn wir sie brauchen!!Zusammen mit Dominik besuchen wir den indigenen Heimwerker-Mark in Otovalo.Viele Kleider,Decken und Mützen aus Alpakawolle sind im Angebot. Wir kaufen uns eine grosse Decke für die kalte Zeit in den Anden. All die Farben und die Frauen in ihren schönen Trachten mit Hut,es ist unbeschreiblich.Den Abstecher zur Laguna Cuicocha  sparen wir uns ,zu garstig ist das Wetter.Eine wahre CH-Invasion treffen wir auf dem Parkplatz an.Ein grosser SG-Camper und eine 1o köpfige Reisegruppe sind versammelt.Nach einem Schwatz geht’s heim zu  Hans und kurze Zeit später kreuz auch der SG-Sprinter von Peter und Brigitt auf.

 

Kurzfristig entscheiden wir uns doch für einen Abstecher nach Galapagos und bekommen ein Angebot für den 31. August.Die Zwischenzeit nutzen wir für einen Trip ,um einen Einblick ins Leben an der Westküste zu erhalten.Der Playa Escondido  bei Esmeralda und Las Penas sind unsere Ziele.Zuerst ein einsamer Stand zum Brötle dann ein Fischerdorf.Der Ausflug für nur 3 Tage war schon etwas verrückt,aber es hat sich auf jeden Fall gelohnt. Dschungel, Palmöl -Plantagen ,Papayas-, Orange- und Kokosnussfelder werden hier von einer mehrheitlich schwarzen Bevölkerung  bewitrschaftet. Wir sehen auch wieder vermehrt Pferdekarren, überfüllt  mit Maisstangen. Den vielen Strassenküchen ist es schwer zu widerstehen,zu gut schmecken all die fritierten Manyok –Maistätschli. Wieder einmal eine Arte Cervelats vom Grill  und ein Knoblibrot lässt unser Herz höher schlagen. Tagsdarauf  werder wir am Stand mit feinen Fischen verwöhnt .  Nochmals zurück zu Hans auf den Wohlfühlplatz.Wäsche waschen,putzen und packen für Galapagos.

Und er steht immer noch da, der gelbe VW von Dominik.Irgendwas hat noch nicht geklappt.Der ganze hintere Platz des Geländes ist fest in CH -Händen.Auf der ganzen Reise haben wir noch nie so viele Schweizer getroffen.Bis spät in die Nacht wird noch am VW herum gebastelt. Am nächsten Morgen Dominik startet in Richtung Kolumbien, wir Richtung Quito.Für den 1. August haben wir schon ein Fondue im Kühlschrank bereit.Hier auf über 2000 Meter ist es kalt und regnerisch, richtig Fondue -Wetter.Wir feiern unseren National-Feiertag mit Ländlermusik von You Tube(Heimat)Galapagos separater Bericht

Zurück von der Insel San Cristobal installieren wir uns für eine kühle Nacht und gehen früh ins Bett.Irgend wie merken wir die vielen Höhenwechsel.Von Meereshöhe auf 2500m, dann auf 3000m ,Flug und landen bei Meereshöhe,Vier Tage später das Gleiche retour.Wir sind vor Quito schon einmal über die Äquatorlinie gefahren,jetzt auf der Fahrt nach Mindo besuchen wir das grosse Monument und zelebrieren die Äquator- Überschreitung.Von der Nordhalbkugel nach Süden. Wir verweilen lange,fast zu lange und so kommen wir erst beim Eindunkeln in Mindo an.

Mitten im Nebelwald hat Senor Bolivar und seine Familie ein heimeliges Resort,mit einer grossen Terasse,von wo man die Vögel aus nächster Nähe beobachten kann.Wir schaffen es gerade noch unsere Storen zu installieren,als es zu regnen beginnt.Mit einer Taschenlampe und Regenschutz ausgerüstet gehen wir auf die Pirsch.Per Zufall finden wir  den kleinen Pelzknäuel Little Mammal(Kinkajou) in den Ästen.Seine leuchtenden Augen haben ihn verraten.Der Wald ist in der Zwischenzeit in stockdicken Nebel gehüllt,es regnet die ganze Nacht weiter.Das Rauschen lässt uns tief schlafen.Der Wecker läutet um 6.00 Uhr.Wir wollen die Tucane und andere Vögel beobachten.Bolivar füttert sie mit Bananen und so können wir nach kurzer Zeit die ersten Exemplare sehen.Der Schnabel der Vögel ist riesig im Vergleich zu ihrem Körper.Herrliche Geschöpfe. Viele andere farbige Vögel ,Spechte und Kolibris,kommen nacheinander zum Futterplatz.Wir fühlen uns hier richtig wohl und hängen noch zwei Nächte an.Am Morgen früh aufstehen, dann ins Dörfchen wandern ,einkaufen und von liebenswürdigen Ecuadorianer zurückgebracht werden.Gerne wären wir mit der Transportbahn über die tiefe Schlucht zu den Wassefällen gefahren,aber es ist regnerisch und alles nebelverhangen.

Auf der Fahrt zurück nach Quito besuchen wir eine weitere Ausgrabungsstädte einer Indianerkultur in Tulipe Museo de los Lumbos.Die Tore sind geschlossen,Montag und Dienstag ist zu.Der Rancher öffnet uns trotzdem, nachdem er unser Schweizerkreuz am Auto gesehen hat.Wir erhalten eine Privatführung.Irgendwann auf der Weiterfahrt kommt uns ein oranger VW-Bus mit Luzerner Kenntzeichen entgegen.Ein sympatisches junges Paar,auf dem Weg nach Norden.Sie mussten ihre Rute umplanen nachdem sie einen Stein in die Frontscheibe bekommen haben.Der einzig passende Ersatz war in Quito zu finden.

Die nächsten drei Nächte quartieren wir uns im Zentrum Hostal ein.Gerd, ein rüstiger 88 Jähriger Hamburger schmeisst hier den Laden.Er gibt uns allerhand Ratschläge über Sehenswürdigkeiten und Kulinarischem,ein sympatischer Kerl.Zum dritten Mal findet das Fiesta de la Lutz statt.Die toll beleuchteten Fassaden von Kirchen und Regierungsgebäuden in der Ciudad antigua sind gewaltig und erinnern uns stark an Lyon, Frankreich,wo wir schon mal ähnliches gesehen haben.Tatsächlich erfahren wir bei der Gondelfahrt auf den Gipfel des Vulkans Guagua Pichincha.von  Einheimischen,dass Leute aus Frankreich das Lichterspektakel organisiert haben.Der Gipfel auf 4046 Meter beschert uns eine grandiose 360° Aussicht in die Berge und auf die 7 Milionen Stadt.Bei der kleinsten Steigung merken wir die Höhe und somit die Anstrengung.Zurück in der Stadt schlendern wir durch Gassen,besichtigen Plätze, probieren einheimische Küche und finden Quito immer schöner.  

Über einen der höchsten Andenpässe des Landes verlassen wir die Stadt.Das Gebiet wo der Amazonas aus vielen andern Flüssen seinen Ursprung hat,den riesigen Dschungelgebieten und NP.im Oriente erkunden wir als Nächstes.Im Reiseführer beschreiben sie die Region als Lunge der Welt und grösste natürliche Apoteke.Die Romantik wurde schon lange angekratzt.Der Regenwald da und dort grossflächig abgeholzt.Die Ölindustrie seit 1997  und die riesigen Palmölplantagen leisten ihren Beitrag dazu,den noch im Urwald lebenden Indianerstämmen die Grundlage zum Leben zu zerstören.  Schwer schnauft Jhimba auf 4064 Meter.Stockdicker Nebel Regen und ein kräftiger Wind lassen uns nur kurz anhalten.Eigentlich wäre ein Bad in den heissen Quellen in Papallacta vorgesehen, doch keinen von uns gelüstet es bei diesen Bedingungen.Irgendwann lichten sich die Wolken.Der Fluss,dem wir seit vielen Km.folgen wälzt sich braun durchs Tal,s muss kräftig geregnet haben.Zwei bis drei Mal wird die Strasse umgeleitet.Wir sehen abgerutschte Hänge.Die Temperatur steigt,die Vegetation wird üppiger.Bei San Rafael besuchen wir den gewaltigen Wasserfall,tosent fallen die braunen Massen in die Tiefe.Wir lassen uns Zeit,geniessen die dichter werdenden Wälder,die Aussicht oben auf den Bergketten und die vielen Schluchten.

In Limococha einem verschlafenem Dorf weit weg der Zivilisation treffen wir Fredi.Er zeigt uns mit seinem Boot die Lagunen um den Rio Napa.Viele Vögel und Schmetterlinge und eine einstündige Wanderung im Urwald mit kleinen Affen so gross wie Eichhörnchen,zwei kreischende rote Aras begeistern uns. Auf der Nachtfahrt sehen wir sechs Caimane.Die vielen tausenden selbstleuchtenden Insekten am Ufer sehen aus als wäre eine feine Lichterkette ins Wasser gefallen.Übernachten dürfen wir ebenfalls bei Fredi und seiner Familie mitten im Hof.Insgesamt 15 Personen sind anwesend,die Frauen kochen Manjokwurzeln die sie anschliessend zu einem Brei zerstampfen.  Kinder rennen umher.Wir werden vom Familienoberhaubt im Garten herumgeführt und erhalten einen Einblick in die Selbstversorgung.Was wir hier erleben dürfen ist grossartig und einmalig.Nur ungern verabschieden wir uns am nächsten Morgen von der Familie und den aufgeweckten Kindern.

Galapagos

 

 

UNSERE VERABSCHIEDUNG VON DER INSEL